Wenn es um die Nutzung von Abwärme aus Rechenzentren geht, richtet sich der Blick häufig auf Neubauten. Dabei lohnt sich ein auch ein genauerer Blick gerade auch auf den Bestand.
Die Ergebnisse des Projekts DC2HEAT zeigen, dass bestehende Rechenzentren oft besonders gute Voraussetzungen für die Nutzung ihrer Abwärme bieten. Denn hier sind Lastprofile, Wärmemengen und Betriebsbedingungen bereits bekannt. Das macht die verfügbare Abwärme für Wärmenetzbetreiber deutlich besser planbar als bei Neubauprojekten, deren Auslastung sich zunächst erst entwickeln muss.
Besonders erfolgsversprechend sind Projekte dort, wo eine bestehende Wärmequelle und die Wärmesenke räumlich nah beieinanderliegen. Um dieses Potenzial zu erschließen, braucht es deshalb nicht nur gesetzliche Vorgaben für neue Rechenzentren, sondern auch praxistaugliche und stärkere Anreize für bestehende Anlagen.
Dazu gehören beispielsweise Maßnahmen zur Akzeptanzförderung für Rechenzentren, die stärkere Berücksichtigung von Abwärmenutzung in der öffentlichen Beschaffung sowie Musterverträge und klare rechtliche Regelungen, die eine kostenlose Abgabe von Abwärme ohne Nachteile ermöglichen. Auch innovative Instrumente zur Risikoabsicherung – etwa Ausfallgarantien durch die öffentliche Hand – wären ein interessanter Ansatz.
Damit zeigt sich: Der Bestand bietet großes Potenzial und es kommt darauf an, diesen systematisch zu erschließen.
Copyright Grafik: nadini / stock.adobe.com